Kurtaxe wichtig für Kommunen

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Sommer, Sonne, Strand und Meer: Mecklenburg-Vorpommern startet in wenigen Tagen in die neue Tourismus-Hauptsaison 2009. Die Urlauber werden die Attraktionen des Landes genießen – und mehrere Millionen Euro Kurtaxe zahlen. Diese Abgabe ist für viele Gemeinden in MV eine wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung touristischer Angebote.

Allerdings liegen die Gebühren meist deutlich unter dem Schnitt anderer Bundesländer wie Schleswig-Holstein, Bayern oder Hessen, sagt die Chefin des Bäderverbandes, Marianne Düsterhöft.

In der Sommersaison 2009 müssten Feriengäste in MV im Schnitt zwei Euro Kurabgabe zahlen, in Schleswig-Holstein seien es beispielsweise 2,60 Euro.

Auch in diesem Jahr haben einige der 57 Kur- und Erholungsbetriebe ihre Tarife erhöht. Landesweit die höchsten Gebühren erhebt das Ostseebad Binz (Rügen) mit 2,60 Euro pro Übernachtungsgast und Tag. Bislang waren es 2,10 Euro. Die Abgabe sei unerlässlich, um die Qualität des Kurbetriebs zu sichern, sagt Kurdirektor Horst Graf. In den vergangenen Jahren seien die Fixkosten um 78 Prozent gestiegen. Graf: „Das Geld stecken wir in Werbung, außerdem in Veranstaltungen, Sauberkeit und Sicherheit.“ Im vergangenen Jahr spülte die Kurtaxe etwa 2,8 Millionen Euro in die Binzer Kasse.

Auch Bad Doberan und Heiligendamm haben ihre Gebühren erhöht. In der Hauptsaison zahlen Gäste nun zwei Euro pro Tag, statt bislang 1,50 Euro. Fällig wird die Kurtaxe spätestens unmittelbar vor dem Betreten der Strände an einem Gebührenautomaten.

Die Abgaben seien unerlässlich, um die Qualität der Betriebe im Land zu sichern. „Leistungen, die damit bezahlt werden, sind eine freiwillige Aufgabe der Kommunen“, sagt Düsterhöft. Im Gegensatz zu den meisten Ländern gebe es in Mecklenburg-Vorpommern keine vergleichbaren Zuschüsse aus dem Landesetat. Zudem seien die Gemeinden bestrebt, die Gebühren möglichst niedrig zu halten. „Ansonsten vergraulen sie die Gäste“, so Düsterhöft.

In den drei Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck auf Usedom will man auf die Kurtaxe ebenso wenig verzichten. „In der Hauptsaison zwischen dem 1. Mai und 30. September liegt der Satz für Vollzahler über 16 Jahren bei 2,30 Euro“, berichtet Tourismus-Direktor Dietmar Gutsche. Das Gebührenniveau sei jedoch seit 2002 konstant geblieben. „In der Nebensaison wird nur die Hälfte gezahlt, Ermäßigungen gibt es für Schüler, Studenten, Rentner und Behinderte.“

Anders als in manchen Seebädern müssen an der polnischen Grenze auch Tagesgäste die Kurtaxe berappen: An Automaten oder bei Kontrolleuren am Strand ist ein Obolus von 2,50 Euro zu entrichten. Die Kaiserbäder erzielten so 2008 Gesamteinnahmen von rund 3,6 Millionen Euro.

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